Spinnt Apple?! iCloud reduziert.

Seit Jahren nutze ich Apple und auch die Cloud. Die habe ich sogar um Speicherplatz erweitert. Heute reduziert Apple mal eben meinen Speicherplatz – mit einer Vorwarnung von wenigen Stunden an einem Sonntag!

Bekanntlich bin ich begeisterter Nutzer von Apple-Produkten. Allerdings rate ich nicht nur Business-Nutzern bei der Nutzung der iCloud zur Vorsicht – abgesehen von den datenschutzrechtlichen vor allem aus rein praktischen Gründen.

Denn leider wendet Apple das, was in den eigenen Nutzungsbedingungen unter Ziffer B für die iCloud steht, auch rigoros an – ohne dem Nutzer Chance zu lassen, die Behauptung Apples zu prüfen. Dort heißt es:

„Apple ist berechtigt, jederzeit unter bestimmten Umständen und ohne vorherige Ankündigung unverzüglich Ihren Account vollständig oder teilweise und/oder den Zugriff auf den Dienst zu kündigen oder zu sperren.“ (Hervorhebungen durch uns)

Ich will gar nicht auf die AGB-rechtliche Zulässigkeit dieser Klausel eingehen. Dem Dienst kann man schlicht nicht trauen, wenn ohne angemessene Vorankündigung, ohne angemessene Möglichkeit zur Datensicherung und ohne jegliche Möglichkeit zur Prüfung der vorgetragenen Fakten der Speicherumfang reduziert wird. So ist es mir ergangen:

Heute um 9:06 Uhr am Sonntag erhielt ich folgende eMail:

„wir haben am 17.05.2015 versucht, die Kosten für Ihren 20 GB-iCloud-Speicherplan einzuziehen. Es liegt jedoch ein Problem mit Ihren Zahlungsdaten vor. Ihr Account wird auf den kostenlosen 5 GB-Speicherplan heruntergestuft, wenn wir Ihr Abo nicht erneuern können.“

Unmittelbar darauf wurde der Speicherplatz tatsächlich reduziert! Denn schon um 17:07 Uhr des selben Tag folgte diese eMail:

„Ihr iCloud-Speicher ist fast voll. Sie verwenden derzeit 4,8 GB von insgesamt 5 GB Speicher.“

Ich habe sofort geprüft: Konto gedeckt, Daten der VISA-Karte sind korrekt. Soll das also ein Witz sein? Was ist mit den anderen Daten bitte passiert? Ich hatte hier eine Nutzung von mehr als 5 GB Speicher. Und was soll mit den Zahlungsfunktionen nicht stimmen? Apple habe ich angeschrieben, was für ein Fehler mit den Zahlungsdaten bestehen soll.

Apple, ich bin gespannt auf Deine Antwort! Ich hoffe, Ihr antwortet so schnell, wie Ihr den Account reduziert habt.

iCloud: Update vom 18.05.2015, 9:00 h

Meine Bank antwortet erwartungsgemäß:

„Wir haben Ihre Visa-Karte geprüft. Diese funktioniert einwandfrei und es liegen keine Probleme vor.“

Apple ist leider nicht genauso schnell. Eine Antwort steht noch aus.

iCloud: Update vom 19.05.2015, 10:28 h

Sorry. Daten weg. Kann passieren. Melden Sie sich noch einmal an.

Hier die Antwort von Apple:

„Ich habe bezüglich Ihrer Zahlungsmethode Ihre Apple ID geprüft und kann bestätigen, dass keine Auffälligkeiten bei Ihrer Kreditkarte zu finden sind. Möglicherweise gab es ein zeitlich begrenztes Verbindungsproblem, wodurch Ihr Speicherplan leider nicht verlängert werden konnte. Es tut mir sehr leid, dass es zu diesem Problem gekommen ist.

Da die Verifizierung Ihrer Kreditkarte erfolgreich war, versuchen Sie bitte wie folgt den Speicherplan erneut auf 20 GB zu ändern“

Und eine weitere Antwort auf meine Nachfrage:

„Grundlegend hat ein „Verbindungsproblem“ nicht sofort die Reduzierung des Speicherplans zur Folge. Falls es sich um ein Verbindungsproblem handelte, war der Zeitpunkt schlichtweg doppelt ungünstig, da es mit der Verlängerung Ihres Speicherplans zusammenfiel, sodass das System die Verlängerung nicht durchführen konnte (aufgrund der nicht erfolgten Belastung Ihrer Kreditkarte).“

Aha. Dann ist ja alles gut. Hoffen wir, dass mein Speicherplan das nächste Mal nicht radikal ohne weiteres zutun reduziert wird.

Update vom 19.05.2015

Und es wird immer lustiger:

„Sie haben 20GB am 19.05.2015 gekauft und bestätigen, dass Sie diesen Kauf nicht mehr stornieren können, wenn Sie iCloud-Speicherplatz innerhalb von vierzehn Tagen nach dem Kauf laden.“

Dr. Andreas Staufer

Dr. Andreas Staufer

Rechtsanwalt Dr. Staufer ist Fachanwalt für Medizinrecht und IT-Recht.
Zu seinen Schwerpunkten zählen eHealth, LegalTech und Datenschutz.
Rufen Sie ihn an: Telefon 089 652001. Oder schreiben Sie ihm: info@fasp.de.

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Dr. Andreas Staufer
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